Frauen leben kontemplativ im Bistum Münster
 

Kontemplation

Gott suchen, Gott schauen
Blickpunkt

"Kontemplation heißt "schauen, beschauen" – nicht nur mit meinen Augen, sondern allen meinen Sinnen: Meine Augen, meine Ohren, mein Geschmack, ja mein Geruchssinn und selbst meine Haut sind einbezogen in meine Bewegung hin zu Gott."

Sr. Magdalene Bauer, Kevelaer

 

Alles im Licht Gottes sehen

Sein ganzes Da-Sein – sich selbst, sein Leben, seinen Alltag, seine Freude, sein Leid, alles, was ist – im Licht Gottes zu sehen, das heißt: kontemplativ leben! Von Gott selbst durchströmt zu sein!

Tiefe Glaubenserfahrung

Damit ist Kontemplation vor allem eine tiefe Erfahrung des Glaubens. Diese macht es möglich, Gott in allem zu entdecken, seinen Willen im Alltag des Lebens zu suchen und Christus in allen Menschen zu sehen.

Vereinigung mit Gott

Etwas, ja so viel wie möglich zu erfahren von sich selbst und von Gott, das ist es, was ins kontemplative Gebet treibt. In diesem ist Gott nah, spürbar. In der Stille wird das göttliche Flüstern hörbar. Im Gebet sucht der Mensch die Vereinigung mit Gott.

Stilles Gebet

Die höchste Form der "Beschauung" ist die stille, wortlose Anbetung Gottes. Dabei verliert der Beter die Wirklichkeit nicht aus dem Blick. Er ist tief in seiner eigenen Wirklichkeit, in seiner Mitte angekommen, wo Christus wohnt. Er braucht Ihn nicht mehr zu suchen, Gott ist da. Er ist das unaussprechliche Herz aller Wirklichkeit.

Dunkel und schmerzlich

Anfangs kann die Kontemplation jedoch auch als dunkel und schmerzlich erfahren werden, weil sie dem Menschen seine eigene Unlauterkeit vor Augen führt.

Ein Geschenk

Sie geht aber vom Wirken des Heiligen Geistes aus. Dann, wenn das Nachdenken über das Geheimnis zu Staunen und Gelassenheit, zu Beziehung und Erfahrung wird. Sie ist ein Geschenk, für das sich der Mensch bereit machen kann – im Gebet und durch die Nachfolge Christi im Alltag.

 

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