1. Vom heiligen Osterfest bis Pfingsten wird immer wieder das Halleluja gesungen,
zu den Psalmen wie auch zu den Responsorien.
2. Von Pfingsten bis zum Beginn der Fastenzeit singt man es jede Nacht, aber nur
zu den letzten sechs Psalmen der Vigil.
3. An allen Sonntagen außerhalb der Fastenzeit werden die Cantica, Die Laudes,
Prim, Terz, Sext und Non mit Halleluja gesungen, die Vesper aber hat
Antiphonen.
4. Die Responsorien werden nie mit Halleluja gesungen, außer in der Zeit vom Osterfest bis Pfingsten.
Es hat dem Herrn, unserm Gott, gefallen, dass wir alle, die wir hier versammelt sind - euch, meine Lieben, eingeschlossen -, ihm das Halleluja singen. Es heißt übersetzt: "Lobet den Herrn!" So lasst uns also den Herrn loben mit dem Leben und mit der Zunge, mit Herz und Mund, in Wort und Tat. Denn wir müssen Gott - nach seinem Willen - das Halleluja so singen, dass es nicht im Widerspruch zu dem steht, der das Lob singt. Darum soll zuerst in uns selbst die Zunge mit dem Leben und der Mund mit dem Gewissen übereinstimmen. Ich sage: Die Stimme harmoniere mit den Sitten, damit nicht etwa das rechte Wort als Zeuge aufstehe gegen das böse Tun. (…)
0 seliges Halleluja! 0 Halleluja in Geborgenheit, ohne Widersacher! Wo kein Feind mehr ist und kein Freund verlorengeht! Dort und hier gibt es Lob Gottes: hier von Seiten derer, die noch in Sorge sind, dort aber von den Siegern in Ewigkeit. Hier in Hoffnung, dort in Erfüllung. Hier auf dem Weg, dort in der Heimat.
Heute lasst uns singen, nicht um uns der Ruhe zu erfreuen, sondern um in der Drangsal Trost zu finden. So wie Wanderer zu singen pflegen: Singe, aber schreite aus! Singend tröste dich in der Not, liebe die Verdrossenheit nicht! Singe und schreite aus! Mach Fortschritte im Guten!
Singe und wandere! Geh nicht in die Irre, kehre nicht um, bleib nicht zurück!
Aus einer Osterpredigt des Augustinus (+ 430)
Benediktinerinnen Dinklage


